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Ratgeber

Akustik-Glossar: die wichtigsten Begriffe von A bis Z

Von Nachhallzeit über Schallabsorptionsgrad bis Raummode: Die zentralen Begriffe der Raumakustik – kurz definiert und mit den passenden Produkt- und Ratgeberseiten verknüpft.

Dieses Glossar erklärt die zentralen Begriffe der Raumakustik – knapp und verständlich. Wo es sinnvoll ist, verlinken wir auf weiterführende Produkt- und Ratgeberseiten.

A

Absorberklasse (A–E)

Einstufung von Schallabsorbern nach DIN EN ISO 11654 auf Basis des bewerteten Schallabsorptionsgrads αw. Klasse A (αw 0,90–1,00) absorbiert am stärksten, Klasse E (αw 0,15–0,25) am wenigsten. Die Klasse erlaubt einen schnellen Vergleich der Absorptionsleistung verschiedener Systeme.

Absorption (Schallabsorption)

Das Aufnehmen von Schallenergie durch ein Material und ihre Umwandlung in eine winzige Menge Wärme. Dadurch wird der Schall nicht reflektiert, der Nachhall sinkt. Schallabsorption ist die Grundlage aller Schallabsorber.

Akustikmessung

Messverfahren zur Bestimmung der akustischen Eigenschaften eines Raums, vor allem der Nachhallzeit. Sie ist die Grundlage jeder fachgerechten Auslegung – mehr dazu unter Akustikmessung.

Akustikpaneel

Plattenförmiges Akustikelement zur Schallabsorption an Wand oder Decke. Im Kern arbeitet meist ein Akustikvlies, bespannt mit Akustiktextil. Einen Überblick bieten unsere Akustikpaneele.

B

Bassfalle

Spezieller Schallabsorber für tiefe Frequenzen (ca. 20–250 Hz), der Raummoden und stehende Wellen bedämpft. Wird oft als Eckabsorber ausgeführt. Ausführlich erklärt unter Was sind Bassfallen?.

Breitbandabsorber

Absorber, der über ein breites Frequenzband wirkt (typisch ca. 250 Hz bis 5 kHz) und damit den Allrounder für Sprache und allgemeine Lärmreduktion darstellt.

Brandschutzklasse B1

Einstufung „schwer entflammbar” nach DIN 4102. Für Akustikmaterialien in öffentlichen und gewerblichen Räumen oft gefordert. Wie wir das nachweisen, lesen Sie unter Zertifikate & Normen.

D

dB(A) (Schalldruckpegel)

Maßeinheit für die Lautstärke. Das „A” steht für eine Bewertung, die das menschliche Hörempfinden nachbildet. Der Tages-Lärmexpositionspegel in dB(A) ist die Bezugsgröße für den Lärmschutz am Arbeitsplatz.

Diffusschall

Der Anteil des Schalls, der nach mehrfachen Reflexionen aus allen Richtungen auf den Hörer trifft – im Gegensatz zum Direktschall. Ein hoher Diffusschallpegel macht Räume hallig und laut.

DIN 18041

Norm „Hörsamkeit in Räumen”. Sie definiert Zielwerte für die Nachhallzeit in Abhängigkeit von Raumvolumen und Nutzung und ist die Grundlage jeder raumakustischen Auslegung – etwa im Büro oder Konferenzraum.

Direktschall

Schall, der auf direktem Weg von der Quelle zum Hörer gelangt, ohne reflektiert zu werden. Er trägt die wesentliche Information eines Schallereignisses, etwa die Sprachverständlichkeit.

F

Flatterecho

Schnell aufeinanderfolgendes Echo zwischen zwei parallelen, harten Flächen. Es verfälscht den Klang und stört die Sprachverständlichkeit.

Frequenz (Hertz, Hz)

Anzahl der Schwingungen pro Sekunde, gemessen in Hertz. Der menschliche Hörbereich reicht von etwa 20 Hz (tief) bis 20.000 Hz (hoch). Sprache liegt überwiegend im mittleren und hohen Bereich.

H

Hörsamkeit

Eignung eines Raums für eine bestimmte hörbezogene Nutzung – etwa Sprache oder Musik. Zentraler Begriff der DIN 18041.

I

ISO 11654 (DIN EN ISO 11654)

Norm, die den bewerteten Schallabsorptionsgrad αw und die Absorberklassen A bis E definiert. Sie macht die Absorptionsleistung verschiedener Produkte vergleichbar.

K

Körperschall

Schall, der sich in festen Bauteilen ausbreitet – etwa Trittschall in Decken und Wänden. Gegen Körperschall helfen bauliche Entkopplung und Dämmung, nicht die Schallabsorption im Raum.

L

LärmVibrationsArbSchV

Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung. Sie nennt zwei Auslösewerte für den Tages-Lärmexpositionspegel: 80 dB(A) (unterer) und 85 dB(A) (oberer). Ab dem oberen Wert gelten u. a. Gehörschutz-Tragepflicht und Lärmminderungsprogramm – relevant für den Schallschutz in der Industrie.

Luftschall

Schall, der sich durch die Luft ausbreitet – der Regelfall bei Sprache und Gerätelärm im Raum. Gegen den im Raum entstehenden Luftschall (Hall) wirken Schallabsorber.

M

Membranabsorber

Absorber mit einer schwingenden Deckschicht, die vor allem tiefe Frequenzen dämpft – eine Bauform für gezielte Tiefton-Bedämpfung.

N

Nachhall

Das Nachklingen eines Schallereignisses im Raum durch fortgesetzte Reflexionen. Zu viel Nachhall macht Räume laut und unverständlich.

Nachhallzeit (RT60)

Zeit, die der Schallpegel nach dem Abschalten der Quelle benötigt, um 60 dB abzusinken. Die zentrale Messgröße der Raumakustik – die DIN 18041 gibt je nach Nutzung Sollwerte vor.

P

Poröser Absorber

Absorber aus offenporigem Material (z. B. Akustikvlies), der Schall durch Reibung in der Faserstruktur dämpft. Wirkt vor allem auf mittlere und hohe Frequenzen. Grundlage der meisten Akustikabsorber.

R

Raummode

Stehende Welle im tiefen Frequenzbereich, die durch Reflexionen zwischen Raumflächen entsteht. Raummoden führen zu Dröhnen und ungleichmäßigem Bass und werden mit Bassfallen bedämpft.

Reflexion

Das Zurückwerfen von Schallwellen an einer harten Oberfläche. Reflexionen erhöhen Nachhall und Diffusschallpegel; gezielte Absorption reduziert sie.

S

Schallabsorber

Element, das Schallenergie aufnimmt und in Wärme umwandelt, um Nachhall und Lärm zu senken. Alle Bauformen im Überblick unter Schallabsorber.

Schallabsorptionsgrad (αw)

Bewertete Kennzahl zwischen 0 und 1, die angibt, welcher Anteil des auftreffenden Schalls absorbiert wird. αw = 1,0 bedeutet vollständige Absorption. Basis der Absorberklassen nach ISO 11654.

Schalldämmung vs. Schallabsorption

Zwei grundverschiedene Aufgaben: Schalldämmung verhindert, dass Schall zwischen Räumen übertragen wird (bauliche Maßnahme). Schallabsorption senkt den Hall innerhalb eines Raums (Akustikmaßnahme). Ein Schallabsorber hilft nicht gegen Lärm von nebenan.

Schallschlucker

Umgangssprachliche Bezeichnung für einen Schallabsorber. Was darunter zu verstehen ist und was er leistet, erklärt der Ratgeber Was ist ein Schallschlucker?.

Sprachverständlichkeit (STI)

Maß dafür, wie gut gesprochene Sprache in einem Raum verstanden wird. Der Speech Transmission Index (STI) bewertet sie auf einer Skala von 0 bis 1. Eine kurze, gleichmäßige Nachhallzeit verbessert die Sprachverständlichkeit – besonders wichtig im Konferenzraum.

Stehende Welle

Wellenmuster, das durch Reflexionen zwischen parallelen Flächen entsteht und bestimmte Frequenzen verstärkt oder auslöscht. Im Bassbereich Ursache der Raummoden.

T

Trittschall

Körperschall, der durch Gehen oder Stoßen auf Böden entsteht und über die Baukonstruktion in andere Räume übertragen wird. Gegen Trittschall hilft bauliche Dämmung, nicht die Raumabsorption.

Z

Zonierung

Akustische Abgrenzung von Bereichen in einem offenen Raum, um unterschiedliche Nutzungen zu ermöglichen – etwa Ruhe- und Kommunikationszonen im Großraumbüro, oft mit Raumteilern umgesetzt.

Beratung zu Akustik-Glossar: die wichtigsten Begriffe von A bis Z

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